Vorwort

Die vorliegende Konzeption von „Kita Britzer Zwerge“ ist die gemeinsame und für alle MitarbeiterInnen verbindliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Das Berliner Bildungsprogramm bildet dabei das Fundament für unsere hauseigenen Richtlinien.
Unsere Konzeption bietet allen Interessierten einen Einblick in den Alltag unserer Einrichtung und gibt Informationen zu unseren regelmäßigen Arbeitsabläufen, dem Tagesgeschehen und unseren Schwerpunkten. Ebenso enthält sie eine Übersicht, über unsere Unternehmensphilosophie, unser pädagogisches Selbst- und Rollenverständnis und unser Bild vom Kind. Sie soll Eltern somit die Möglichkeit bieten, sich gezielt für die Anmeldung ihres Kindes in unserer Einrichtung zu entscheiden, weil sie sich mit unserem Leitbild identifizieren können. Unsere Konzeption fungiert daher als Aushängeschild unserer Kindertagesstätten.

Vorstellung des Trägers

Der Träger, die „Hauptstadtzwerge gGmbH“, wurde im Ende 2013 gegründet, um die Trägerschaft von weiteren Kindertagesstätten zu übernehmen. Er hat seinen Sitz in der Attilastraße 45 - 12105 Berlin. Der Träger hat als freier Träger der Jugendhilfe die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen. Seit der Eröffnung der ersten Einrichtung durch die Kita Hauptstadtzwerge im Sommer 2016 in Lichtenrade haben wir uns die Weiterentwicklung/ den Ausbau weiterer Kindertageseinrichtungen (Schöneberg 2021) nach dem folgenden Leitgedanken zum Ziel gesetzt, um Familien Chancengleichheit und pädagogische Qualität anbieten zu können.
Unseren Ursprung haben wir in dem Glauben an die Kreativität jedes einzelnen Individuums. Dabei erstreckt sich die Kreativität von produktiven originellen Leistungen beim Lösen von Problemen bis zur künstlerischen Produktion und darf weitgehend als produktives Denken verstanden werden, das sich auf den verschiedensten Gebieten des menschlichen Ausdrucks äußern kann (Kleines Lexikon der Pädagogik und Didaktik). Wir setzen als Träger auf die Förderung unserer Kleinsten, denn Kinder in der Kleinkindheit werden als die kreativsten Menschen bezeichnet (laut Psychoanalytiker Günter Ammon). Wir wollen sie auf ihrem Weg begleiten, sie fördern und auch von ihnen Lernen, denn…

Jeder Mensch ist kreativ. Jeder Mensch muss nur wieder lernen, seine Sinne wieder differenzierter einzusetzen

Vorstellung der Kita

Unsere Kita hat montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Freitags findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr die Teamsitzung statt, daher werden die Eltern gebeten, ihre Kinder je nach Möglichkeit bis 15.00 Uhr abzuholen. Kinder, die nicht um 15.00 Uhr abgeholt werden können, werden in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr von den Auszubildenden unter Anleitung eines Erziehers betreut. Die Familien werden gebeten, die Frühstückszeit zwischen 8.15 und 8.45 Uhr nicht zu stören. Kinder, die in der Kita frühstücken, sollen bis 8.15 Uhr gebracht werden, damit die Gruppen gemeinsam und ungestört mit dem Frühstück beginnen können.

Um allen Kindern die Teilnahme an den pädagogischen Angeboten zu ermöglichen, sollen alle Kinder bis spätestens um 9.00 Uhr anwesend sein, aufgrund dessen wir die Eltern bitten Kitaschließzeiten einzuhalten. Unsere Sommerschließzeit beträgt bis zu drei Wochen während den Schulferien und etwa eine Woche zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr, meist zwischen dem 24. Dezember und dem ersten Montag nach Neujahr. Während der Sommer- und Winterschließzeit wird eine Notbetreuung in einer anderen Kooperationseinrichtung angeboten. Die Notbetreuung muss frühzeitig angemeldet werden, damit sie bei der Kooperationseinrichtung rechtzeitig eingeplant werden können. Auch für Fortbildungen, Inventur und Teamtage kann die Kita bis zu fünf Tagen pro Jahr geschlossen werden. Die Regelschließzeit beträgt 25 Tage pro Kalenderjahr. Die Erziehungsberechtigten werden durch den Jahresplan und die Aushänge frühzeitig über die Schließtage informiert.

Unsere Kita arbeitet vorwiegend gruppenbezogen in teiloffenen Strukturen. Die Kinder sind in eine Krippengruppe und in zwei Elementargruppen aufgeteilt. In der Krippe werden 12 Kinder im Alter von etwa einem Jahr bis zu drei Jahren und in den zwei Elementargruppen 13 Kinder je Gruppe von etwa drei Jahren bis zum Schuleintritt betreut. Insgesamt verfügt unsere Kita 38 Betreuungsplätze. Nach dem Übergang von der Krippe zur altersgemischten Gruppe, haben die Kinder Bezugspersonen, die sie bis zur Einschulung begleiten. Zu einigen Tageszeiten, zum Beispiel im Früh- und Spätdienst, beim Freispiel im kleinen Garten/Terrasse und bei gemeinsamen Ausflügen, mischen sich die Gruppen. Jedes Kind lernt daher, alle Kinder und die Erzieher_innen der Einrichtung kennen und kann so auch außerhalb der Gruppe Freundschaften entwickeln.

Grundlagen der pädagogischen Arbeit

Unser pädagogisches Konzept

Wir bieten den Kindern in unserem Kindergarten ein möglichst breit gefächertes Angebot von Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten aus allen Bildungsbereichen. Nur so können sie ihre individuellen Stärken und Vorlieben entdecken und entwickeln. Aus diesem Grund haben wir uns für die Gruppenarbeit in offenen Strukturen entschieden. Mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse von Kleinkindern nach Sicherheit und Geborgenheit gibt es in unserer Kita einen gesonderten Krippenbereich.

Den Leitfaden für unsere Arbeit bildet das Berliner Bildungsprogramm und unsere Schwerpunkte Sprache & die Bewegungspädagogik nach Hengstenberg- Pikler.

Wir arbeiten grundsätzlich nach den Prinzipien des situationsorientierten Ansatzes und des ganzheitlichen Lernens. Wir beobachten, womit sich die Kinder beschäftigen, in welchen Lebenssituationen sie sich befinden und reagieren in unserer Arbeit auf ihre aktuellen Bedürfnisse und Ideen. Die Kinder bestimmen, in welche Richtung wir gemeinsam gehen. Wir nehmen sie mit ihren Interessen und Wünschen ernst und bauen unsere Angebote oder Projekte darauf auf. Die pädagogischen Fachkräfte sind in diesem Prozess gleichermaßen „Lehrende“ und „Lernende“, aber auch Beobachtende und Unterstützende.

Bei den ausgewählten Themen berücksichtigen wir den unmittelbaren Bezug zur jeweilig aktuellen Lebenswelt der Kinder und bieten ihnen so die Möglichkeit, ihre lebenspraktischen Fähigkeiten und damit verbunden auch ihren persönlichen Erfahrungshorizont zu erweitern. Wir unterstützen sie darin, eigenständig zu denken, zu handeln und selbstbewusst ihren Lebensweg zu gehen. In der Gruppenarbeit mit teiloffenen Strukturen wird das Kind von seinem Wesen her als grundsätzlich aktiv, neugierig und interessiert wahrgenommen. Wichtig ist eine gut vorbereitete Umgebung, d.h. anregende Funktionsräume (innen und außen), gute Ausstattung und ausreichende Spiel-, Verbrauchs- und Beschäftigungsmaterialien.

Hierbei liegt für die pädagogischen Fachkräfte im Fokus, den Spuren der Kinder zu folgen und nicht gegen ihre Impulse, sondern mit ihnen zu arbeiten. Es geht darum, den Kindern einen Ort der Lebensfreude und des Abenteuers anzubieten, an dem sie Impulse für ihre Neugier finden, Gelegenheit erhalten, ihren Mut zu erproben und auf Erwachsene treffen, die sich Zeit für sie nehmen. In unserer Kita gibt es verschiedene Funktionsräume mit unterschiedlichen Entdeckungs- und Spielmöglichkeiten.

Ein jeweils wechselndes Hausthema, das die Kinder und die pädagogischen Fachkräfte über einen längeren Zeitraum beschäftigt, wird übergreifend von dem Krippenbereich, wie auch von dem Elementarbereich behandelt.

Die pädagogischen Angebote sind sehr vielseitig und berücksichtigen die individuelle Entwicklung und Förderung jedes einzelnen Kindes. Im täglichen Morgenkreis schaffen wir ein Gemeinschaftsgefühl, beginnen aktiv den Tag mit Kreis- und Bewegungsspielen, Liedern und besprechen gemeinsam die Spiel- und Beschäftigungsangebote.

Aufgrund der vielfältigen Raumstruktur besteht für die Kinder immer die Möglichkeit, „Stehengelassenes“ weiterzuführen, Wertschätzung für die Arbeit anderer zu entwickeln, viel Freiraum für sich zur Verfügung zu haben und sich bei Bedarf zurückzuziehen.

Unser fester Tagesablauf dient als Orientierungsrahmen und ermöglicht es den Kindern, Strukturen, Rituale und Sicherheit zu erfahren. Jedes Kind hat eine Bezugserzieher_in, der/die als Ansprechpartner_in für die Eltern fungiert. Er/Sie ist die Hauptverantwortliche für die Bedürfnisse und Belange der ihm/ihr zugeteilten Kinder und hat immer einen besonderen Blick auf „seine/ihre“ Bezugskinder. Dazu gehören das regelmäßige Führen des Portfolios, die individuelle Gestaltung der Geburtstage, die Beobachtungen und Dokumentationen zur Entwicklung des Kindes und die jährlichen Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Vor allem unsere Jüngsten (U3- Jährigen) benötigen ein Gegenüber, das insbesondere ihre nonverbalen Signale und Botschaften aufmerksam und wohlwollend wahrnimmt, angemessen darauf reagiert und wirkliches Interesse an deren Tun vermittelt. Daher geht es vorrangig darum, einfühlsame Beziehungen zu gewährleisten, auf die elementaren Bedürfnisse der Kinder zu reagieren und deren individuellen Ausdrucksweisen bei der Entwicklung des Selbstbildes herauszufordern und zu stärken.

Aus der Erkenntnis, dass Kinder unter drei Jahren andere Bedürfnisse haben als ältere Kinder, haben wir für unsere Kleinsten einen eigenen Bereich eingerichtet. Hier werden ihnen altersgerechte Spielmaterialien und - angebote sowie Raum zum Kuscheln und Schlafen angeboten. Das Krippen- Bad ist Wasser- Spielort und bietet Raum für entspannte Pflegesituationen und Sauberkeitserziehung.

Die pädagogischen Fachkräfte im U3- Bereich gewährleisten eine stabile Bindung nach der- häufig ersten- Ablösung von den Eltern, mit denen noch ein besonders enger Austausch gepflegt wird.

Die Schwerpunkte der Arbeit im U3- Bereich sind:
Eingewöhnung und Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen
Freundschaftsfindung, Zugehörigkeitsgefühl und Sozialverhalten
Förderung von Selbstbild und Selbstwertgefühl
Selbstständigkeit
Sprachentwicklung und -förd
Vielfältige Sinnes- und Materialerfahrungen
Kennenlernen von Regeln, Abläufen und Ritualen

Besondere Schwerpunkte unserer Einrichtung
Hengstenberg- Pikler- Pädagogik
Jedes Kind braucht seinen Fähigkeiten entsprechend angemessenen Raum; allerdings immer groß genug, den nächsten Entwicklungsschritt zuzulassen. ...Emmi Pikler

Dieser beinhaltet im Wesentlichen das folgende Bild vom Kind: „Kinder kommen mit der Fähigkeit zu lernen auf die Welt. Sie sind hungrig nach Wissen und neuen Erfahrungen, wie niemals später. Diese kindliche Neugierde nutzen und vertiefen ist unser Ziel. Nur so können sich Kinder neues Wissen aneignen und damit unabhängig und eigenständig werden. Insofern trauen wir den Kindern in der Gestaltung ihres Alltags. Dazu gehört, dass Kinder sich ausprobieren müssen, um Sicherheit und Selbständigkeit zu erlangen. Pädagogische Prinzipien nach Pikler und Hengstenberg sind entsprechend.

Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine Entwicklung das wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen als eines, dem die Lösung fertig geboten wird. ...Emmi Pikler

"Gib mir Raum und lass mir Zeit" bedeutet, dass jedes Kind sein individuelles Entwicklungstempo hat. Wir sehen die Kinder als individuelle Persönlichkeiten und akzeptieren sie so, wie sie sind. Gezielte Förderung der Kinder geschieht durch Freude an den Fortschritten in ihrer Entwicklung. Die Kinder erfahren Interesse an ihrer Entwicklung durch den Erwachsenen und durch andere Kinder. Dadurch wird bei ihnen Selbstwertgefühl und Stolz geweckt.
Geschützt Räume, in denen sich Kinder wohlfühlen, ist eine Grundvoraussetzung für ihre optimale Entwicklung. Selbst die besten pädagogischen Angebote bringen nur wenig Nutzen für die Kinder, wenn sie nur ungern in die KITA kommen. Nur wenn sie sich wohlfühlen, sind die Voraussetzungen zum vielfältigen Lernen und zur Aufnahme sozialer Kontakte gegeben.
Wir verstehen das Kind sowohl als biologisches, als auch soziales Wesen. Wir regen das Kind an, sich im selbstsicheren Tun forschend mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen und seine ursprünglichen Fähigkeiten durch das ihnen eigentümlichste Element der Bewegung zu entdecken, um Selbstbewusstsein und Standhaftigkeit zu erlangen.

Sprachförderung

Ein weiterer Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit ist die Sprachförderung, die nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle spielt. Wir betrachten Sprache als Schlüsselkompetenz für sämtliche Bildungsprozesse. Der Zugang zu den verschiedensten Bildungsbereichen wird im Wesentlichen vom Kompetenzniveau der Sprachfähigkeit bestimmt. Je kompetenter ein Kind eine oder mehrere Sprachen beherrscht, desto mehr Wissen kann sich das Kind aufnehmen und aneignen. Sprache ist daher die Grundvoraussetzung für die meisten Bildungsprozesse. Wir fördern den Spracherwerb der Kinder daher von Anfang an.

Sprache ist ein sehr komplexes System und eine professionelle Sprachförderung bedarf einer guten Aus- und ständigen Fortbildung unserer PädagogInnen. Ausgangspunkt der Sprachförderung ist die bereits erworbene Sprachkompetenz jedes einzelnen Kindes. Auch wenn Kinder noch nicht sprechen oder sich noch nicht in der deutschen Sprache verständigen können, bringen sie genügend Vorwissen mit, an das die PädagogInnen anknüpfen können.

Neben besonderen Sprachförderangeboten wird die Sprachkompetenz hauptsächlich im Alltag gefördert. Kommunikationsanlass bietet Potential den Sprachgebrauch und das Sprachverständnis zu trainieren und den Wortschatz auszubauen. Gerade Kinder, die in der Familie nicht Deutsch sprechen, profitieren von guten Sprachvorbildern und Dialogpartnern. Dies sind zum einen wir ErzieherInnen und zum anderen die Kinder, die bereits gut Deutsch sprechen, daher achten wir auf eine förderliche Gruppenzusammensetzung.

Wir PädagogInnen möchten den Kindern einen möglichst großen Wortschatz mit auf den Weg geben. Daher begleiten wir unsere Tätigkeiten sprachlich und drücken uns möglichst variationsreich aus, ohne uns dabei zu verstellen. Grammatikalische Fehler der Kinder korrigieren wir nur indirekt, indem wir den Inhalt ihrer Aussage aufgreifen und ihn korrigiert wiederholen. Dabei ist ein besonderes Fingerspitzengefühl notwendig, denn die Kinder dürfen sich durch die Berichtigung nicht bloßgestellt fühlen. Eine weitere wichtige Methode der Sprachförderung ist das tägliche Vorlesen nach dem Mittagsschlaf. Auch die Forscherzeit ist ein bedeutsamer Baustein der alltagsintegrierten Sprachförderung.

Unser Bild vom Kind

Wir verstehen uns als liebevolle Begleiter_innen und Unterstützer_innen der Kinder in deren individuellen Entwicklung. Wir beobachten das Verhalten der Kinder in Spielsituationen und intervenieren möglichst wenig in deren Spiele und Konflikte. Über allem steht hierbei der pädagogische Grundsatz: "Hilf mir, es selbst zu tun!"

Die Kita mit ihrem eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag verstehen wir als Ergänzung zur häuslichen Erziehung innerhalb der Familie. Voraussetzung hierfür ist ein von uns gepflegter kontinuierlicher intensiver Austausch mit den Eltern.

Wir fördern die Kinder ganzheitlich und bieten ihnen eine geborgene Atmosphäre, in der sie ihre eigenen Erfahrungen machen können. Im Zusammenspiel mit anderen erleben sie, dass ihren eigenen Bedürfnissen die Interessen, Verhaltensweisen und Gefühle anderer gegenüberstehen und dass auch Konflikte Bestandteil von Beziehungen sind. Sie lernen mit ihnen umzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu finden, um Selbständigkeit und Selbstbewusstsein zu erlangen. Individuelle Förderung beinhaltet für uns vor allem das Kind in seiner Individualität zu bestärken, es dabei zu unterstützen, sich seiner eigenen Wünsche und Vorstellungen bewusst zu werden und eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei betrachten wir das freie Spiel, in dem Spielpartner, ablauf und –ort frei gewählt werden können, als sehr bedeutsam für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder an.

Partizipation

Partizipation wird hierbei nicht als bloße Wissensvermittlung verstanden, sondern Partizipation lernt das Kind im Tun. Die Kinder haben regelmäßig die Möglichkeit, den Tagesablauf in der Kita mitzugestalten, gemeinsam Rechte zu formulieren, sich aktiv an Morgenkreisen, bei der Auswahl von Projektthemen und bezüglich des Projektablaufes als auch bei der Planung und Ausgestaltung von Festen und Feierlichkeiten, auch in Form eines Kinderkongresses zu beteiligen. Die Kinder verfügen über ein hohes Maß an Autonomie im Alltag. Sie wählen die Art der Beschäftigung und des Spiels. Sie entscheiden mit wem, wo und womit sie spielen. Die pädagogischen Fachkräfte verstehen sich als Begleiter_innen und Impulsgeber_innen. Wir initiieren Beteiligungsprozesse, machen Vorschläge und unterstützen dort, wo es nötig ist. Die Kinder, auch die Jüngsten, erfahren, dass ihre Meinung wichtig ist und gehört wird. Ihre Wünsche werden berücksichtigt und nach Möglichkeit umgesetzt.

Sexualpädagogik

Unser Bildungsverständnis basiert auf der Erkenntnis, dass Mädchen und Jungen von Natur aus neugierig und offen sind. Sie haben von sich aus das starke Bedürfnis ihre Welt zu entdecken. Dies gelingt ihnen dann gut, wenn sie Raum und Zeit zur Verfügung gestellt bekommen, um sich auszuprobieren und auf diese Weise vielfältige Erfahrungen sammeln können. Kinder wollen dies mit ihrem Körper und mit all ihren Sinnen tun. Die Sexualerziehung deckt ein komplexes Zusammenspiel körperlicher und emotionaler Erfahrungen ab. Wichtige Erziehungsgrundlagen zum Thema Sexualität sind für uns:
Kindern ein positives Körper- und Sexualgefühl zu vermitteln. Kinder brauchen Zärtlichkeit und körperliche Nähe –dies bedeutet auch, die Persönlichkeit des anderen wahrzunehmen und seine Grenzen anzuerkennen.
Die Neugier der Kinder auf ihren eigenen und den Körper anderer zu unterstützen. Ihnen werden Möglichkeiten und geschützte Räume für Erkundungen und „Doktorspiele“ gegeben.
Geschlechterrollenklischees zu vermeiden und Verhaltensmuster zu hinterfragen: auch Jungen sind sanft, lieb und ordentlich, auch Mädchen laut und kämpferisch.
Kinder in dem Gefühl zu bestärken, dass sie ihren eigenen Gefühlen trauen können und dass wir sie darin ernst nehmen. Sie haben das Recht „nein“ zu sagen, wenn ihre Grenzen überschritten werden, da sie das Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen.
Den Kindern Erfahrungsräume zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins anbieten –denn Kinder die stark sind, können sich auch gegen Übergriffe besser wehren.
Bei allen Themen die Sexualerziehung betreffend immer die unterschiedlichen Familienkulturen berücksichtigen.

Kinderschutz

Auslöser der Wahrnehmung des Schutzauftrages nach §8a SGB VIII sind gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohles eines Kindes. Gewichtige Anhaltspunkte können aus direkten oder indirekten Mitteilungen, Beobachtungen bzw. Schlussfolgerungen aus verschiedenen Informationsquellen gewonnen werden. Kindeswohlgefährdung beinhaltet ein breites Spektrum von Handlungen und Unterlassungen und umfasst in diesem Sinne nicht nur körperliche und seelische Misshandlung, sondern auch körperliche und seelische Beeinträchtigung und Vernachlässigungen. Dazu gehören auch die Erfahrungen von sexueller und häuslicher Gewalt.

Grundsätzlich sind alle Fachkräfte aufgefordert, sensibel ihre persönlichen Wahrnehmungen ernst zu nehmen und bedarfsgerecht im Team bzw. mit der Kitaleitung bei Verdachtsmomenten über die nächsten Schritte in Austausch zu treten. Im Fokus steht somit, möglichen Gefährdungen schon frühzeitig zu begegnen und dem Kind Hilfe und Schutz zu gewährleisten.

Der Träger trägt seiner Verantwortung dahingehend Rechnung, Insofern erfahrene Fachkräfte, nach §8a qualifziert, als Ansprechpartner_innen zur Verfügung zu stellen, die die Aufgabe Inne haben, die Teams bei der Umsetzung ihres Schutzauftrages zu beraten und zu unterstützen. Hierdurch ist gewährleistet, dass durch die Anwendung des 4- Augen- Prinzips das Fachpersonal Unterstützung, die der Entwicklung bedarfsgerechter Lösungswege erhält.

Bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung sind der Leitfaden der Senatsverwaltung und das trägerinterne Verfahren der Leitlinien zum §8a KJHG zu verfolgen. Ergänzend hierzu wurden trägerintern „Leitlinien zur Prävention und Intervention von Übergriffen in Institutionen“ entwickelt. Alle zwei Jahre werden die Teams durch die trägerinterne insoweit erfahrene Fachkraft nach §8a in das Verfahren eingewiesen.

Das Berliner Bildungsprogramm

Das Berliner Bildungsprogramm (BBP) ist die Grundlage für die pädagogische Arbeit aller Berliner Kitas. Es bildet den wissenschaftlich fundierten, verbindlichen Rahmen für alle frühpädagogischen Angebote. Das BBP unterteilt die Bildungsinhalte in sechs Bildungsbereiche, wobei die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen fließend sind. Im Folgenden wird beispielhaft dargestellt, wie wir die Bildungsbereiche bei uns in der Kita umsetzen.

Diese werden entlang der sechs Bildungsbereiche gefördert:
✓ Gesundheit
✓ Soziales und kulturelles Leben
✓ Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
✓ Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel
✓ Mathematik
✓ Natur- Umwelt- Technik

Die sechs Bildungsbereiche sind nicht als getrennte Themenfelder zu betrachten, in denen die einzelnen Fähigkeiten und Fertigkeiten eingeübt werden, sondern als ganzheitlicher Gestaltungs- und Bildungsprozess.

Das Berliner Bildungsprogramm

Die Körperwahrnehmung ist eine Basis für die Selbstbildung des Kindes. Für uns sind die körperlichen Bedürfnisse, Interessen und Gefühle der Kinder darum von zentraler Bedeutung. Fast täglich begleiten uns kleine Kreis- und Tanzspiele im Morgenkreis in den Tag hinein. Einmal wöchentlich finden zur Förderung der Entspannung und Körperwahrnehmung für interessierte Kinder Bewegungsangebote statt.

Die Erziehung zur Sauberkeit erfolgt ohne Druck, d.h. jedes Kind kann nach seinem eigenen Zeitplan windelfrei werden. Kleine Lern- WC’s stehen nach Bedarf eines Kindes bereit. Das tägliche Zähneputzen wird zweimal jährlich durch ein professionelles Zahnputztraining unterstützt. Wir lassen die Kinder allein putzen, damit sie den Bewegungsablauf erlernen. Auch die Sexualerziehung deckt ein komplexes Zusammenspiel körperlicher und emotionaler Erfahrungen ab.

Diese Grundlagen gekoppelt mit einer altersentsprechenden Aufklärung mit Büchern und Gesprächen, die sich in Alltags- oder Spielsituationen ergeben, schaffen eine Atmosphäre der Offenheit, in der die Kinder persönliche Stärke entwickeln können. Sie werden in der Wahrnehmung und Einordnung von Gefühlen unterstützt, lernen „gute“ und „schlechte“ Berührungen zu unterscheiden und dass nicht alle Geheimnisse verschwiegen werden müssen.

Ernährung
Auch die gesunde Ernährung ist uns ein besonderes Anliegen. Unsere schnelllebige Zeit trägt dazu bei, dass viele Kinder in ihren Familien keine ruhige Essensatmosphäre erleben. Darum ist es uns wichtig, dass wir die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Wir beginnen mit einem Spruch. Tischregeln und Tischgespräche unterstützen eine ruhige und entspannte Atmosphäre.

Täglich bieten wir ein Frühstück am schön gedeckten Tisch. Es gibt Brot oder Brötchen, Butter, Käse, Wurst, Milch und immer frisches Obst und Gemüse. Einmal in der Woche ist Müslitag mit Cerealien und Joghurt. Das Mittagessen wird von unserem hauseigenen Koch täglich frisch und abwechslungsreich zubereitet. Dafür werden möglichst frische Produkte, Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung und viel Gemüse für die Salate verwendet. Durch den sehr abwechslungsreichen Speiseplan bekommen die Kinder immer wieder neue „Geschmacksangebote“. Jedes Kind kann selbst entscheiden, was und wieviel es essen möchte. (Un)gesundes Essen thematisieren wir. Gelegentlich backen wir gemeinsam oder bereiten Salate zu. Wir lernen gutes Essen schätzen, indem wir durch die hauseigene Küche die Mühe der Zubereitung erleben.

Bewegung
Unsere Räumlichkeiten geben viel Platz und Möglichkeiten zu unterschiedlichen Bewegungserfahrungen. Der Bewegungsraum lädt mit seinen Holzgeräten zum Klettern, Balancieren, Springen, Konstruieren und Rutschen ein. Wir haben Matten zum Hüpfen, Hinaufspringen, Rollen und Kugeln. Spielgeräte wie Bälle, Seile, Turnreifen und ein Schwungtuch regen zum Bewegen an und fördern beim Werfen, Fangen, Drehen und Rollen die Koordination.

5 Beispiele aus dem pädagogischen Alltag:
Wir kochen und backen mit den Kindern und ernten regelmäßig Gemüse aus unserem eigenen Garten,
Wir stellen den Kindern verschiedene Spielzeuge, wie z.B. Laufräder, Trampoline, Springseile, zur Verfügung, die sie dazu animieren, sich zu bewegen,
Wir bieten den Kindern Puzzle, Bücher, Puppen und Arztkoffer an, die zur Beschäftigung mit den Themen Gesundheit und Körper anregen,
Wir putzen mit den Kindern nach den Mahlzeiten die Zähne,
Wir stellen den Kindern Schminke zur Verfügung und statten die Räume mit Spiegeln aus, damit die Kinder ihre Selbstwahrnehmung schulen können.

Soziales und kulturelles Leben

Das Leben in der Gemeinschaft- als auch im Kindergarten- wird von zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt. Durch die Betreuung der Kinder in der kleinen Altersmischung haben wir soziale Strukturen geschaffen, in denen sich die Kinder selbstbestimmt entwickeln können. Kinder erleben sich gebend und nehmend, erst klein dann groß und sammeln so unterschiedliche Erfahrungen im Umgang miteinander. Als Integrationseinrichtung ermöglichen wir das frühzeitige gemeinsame Aufwachsen von Kindern mit und ohne erhöhten Förderbedarf.

Indem wir Kinder auf Einladung zu Hause besuchen, ermöglichen wir ihnen den Einblick in verschieden Familienkulturen und die Erkenntnis, dass manchmal in der Kita andere Normen und Regeln Gültigkeit haben als bei ihnen zu Hause und thematisieren mit ihnen die Hintergründe. Die Familienbilder, die von jedem Kind an der Wand hängen, regen immer wieder zum verweilen und Besprechen an.

Wir leben in einer bunten multikulturellen Stadt und fördern auf verschiedene Art und Weise den Zugang zu anderen Kulturen dieser Welt. Im Kinderkreis werden z.B. Lieder aus verschiedenen Ländern gesungen. Die pädagogischen Fachkräfte wecken dadurch das Interesse der Kinder für unterschiedliche Lebensformen in Projekten wie „Kinder aus aller Welt“ oder „Globales Lernen“.

Die Mitarbeit der Eltern ist stets eine Bereicherung, indem sie uns den Zugang zu Familientraditionen ermöglichen, ihre unterschiedlichen Vorstellungen aufzeigen und uns mit Anregungen den Zugang zu interessanten Menschen und faszinierenden Orten geben.

5 Beispiele aus dem pädagogischen Alltag:
Wir etablieren demokratische Instrumente, damit Kinder sich beteiligen können,
Wir achten auf den Einsatz von vorurteilsfreien Medien und Spielzeugen,
Wir stellen den Kindern verschiedene Verkleidungen zum Rollenspiel zur Verfügung,
Wir erkunden mit den Kindern unsere Umgebung und besonders unsere Stadt.
Wir leben kulturelle, religiöse und körperliche Vielfalt und grenzen niemanden aus.

Sprachen, Kommunikation und Schriftkultur

Sprache ist ein elementarer Baustein im sozialen Miteinander. Sprache erweitert den persönlichen Horizont. Dieser natürliche Spracherwerb ist vergleichbar mit dem Laufen lernen eines Kindes.

Die Sprachförderung ist in den Alltag der Kinder eingebunden- zu Hause und im Kindergarten, Eltern und pädagogische Fachkräfte dienen als Sprachmittler_innen und nehmen eine entscheidende Vorbildfunktion ein. Wichtig ist uns dabei, dass das gesprochene Wort mit der Handlung, Mimik und Gestik übereinstimmt.

Zur umfassenden Sprachförderung gehört für uns, die Kinder dazu zu ermuntern Bedürfnisse, Wünsche und Erlebnisse mitzuteilen, Informationen auszutauschen und sich in Dialogen zu erproben. Wir unterstützen die Kinder durch Vorleben der richtigen Aussprache und Grammatik und wecken gleichzeitig ihre Sensibilität für den sprachlichen Ausdruck. So lernen sie zuzuhören und sich gegenseitig aussprechen zu lassen.

In der täglichen Arbeit bieten wir den Kindern sprachfördernde Spiele, Buchbetrachtungen, Gesprächskreise, Reim- und Ratespiele wie auch das tägliche Vorlesen. Vorlesen fördert die unmittelbare Begegnung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind, vermittelt Wissen und lässt uns alltägliche und phantasievolle Geschichten erleben.

Wir sind uns der Bedeutung der Entdeckung der Schriftkultur auf dem Weg zum abstrahierenden Denken bewusst. Darum greifen wir das Interesse der Kinder an Buchstaben z.B. mit Namenskarten, Postern und Karten, Buchstabenstempeln und einer alten Schreibmaschine auf und sind gemeinsam neugierig, damit zu experimentieren und Neues zu erfahren.

5 Beispiele aus dem pädagogischen Alltag:
Wir besuchen mit den Kindern (besonders mit den Vorschulkindern regelmäßig) die Bibliothek und lesen täglich vor.
Wir beschriften Gegenstände in gut leserlicher Schrift auf Augenhöhe der Kinder.
Wir haben eine positive Haltung zur Mehrsprachigkeit und schätzen alle Sprachen gleichermaßen.
Wir dichten mit Kindern eigene Reime und Sprüche und imitieren andere Stimmen.
Wir singen mit den Kindern in unterschiedlichen Sprachen.

Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel

Bildnerisches Gestalten
Bei einem gestalterisch kreativen Prozess ist der Grad der inneren Beteiligung wichtig. Es geht nicht darum, etwas schönes herzustellen, etwas, was am Ende leblos ist, es geht vielmehr um den Entstehungsprozess. Deshalb finden sich frei zugängliche Mal- und Gestaltungsmaterialien. Die Kinder können sich jederzeit mit unterschiedlichen Papieren und Pappen, Buntstiften, Kreiden, Wachsmalern, Filzstiften oder Knete beschäftigen.

Unterstützend und fördernd ist dabei das Prinzip des angstfreien Umgangs mit Materialien. Wir ermutigen die Kinder, zu experimentieren, auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Dass Materialien verformbar sind, erleben sie in der Arbeit mit Ton, Knete, Sand und Wasser, Fingerfarbe, Farbe und Kleister, Pappmaché, Filzwolle und Rasierschaum. Um die entstandenen Werke angemessen zu würdigen, präsentieren wir sie in Form von Ausstellungen und Fotowänden. Ein wichtiges Ziel unserer Arbeit ist dabei, den Kindern die Angst vor der Bewertung ihrer Werke zu nehmen.

Musik
In unseren Morgenkreisen lernen die Kinder viele Lieder kennen und singen. Bei Spiel- und Bewegungsliedern können die Kinder unter Einsatz ihres ganzen Körpers die Musik erleben, erspüren und darstellen. Unter Einbeziehung der Hände, Füße oder Instrumente sammeln sie erste Rhythmuserfahrungen.

Auch das Hören- Lernen wird vielfältig geschult. Alltags- und Kitageräusche können wahrgenommen werden, wenn wir uns auf die Suche nach ihnen begeben. Darum begleitet uns die Unterscheidung von Tönen und klängen durch den Alltag. Wie entspannend auch die Ruhe sein kann, erleben die Kinder z.B. bei Mediationsmusik zum Malen von Mandalas.

Theaterspiel
Den Kindern wird Raum, Zeit und Material für freies Rollenspiel angeboten. So laden neben vielfältigen Verkleidungsmaterialien und Accessoires zum freien, spontanen Theaterspiel ein. Im Fokus liegt hier weniger ein Nachspielen festgelegter Rollen, sondern vielmehr die Lust daran, in verschieden Rollen zu schlüpfen und das für Kinder entwicklungspsychologisch sehr bedeutsame „so tun als ob“- Spiel.

Um den Kindern vielfältiges nachahmendes Spiel zu ermöglichen, achten wir darauf, dass die Verkleidungsauswahl verschiedene Themenfelder berücksichtigt, z.B. sogenannte Prinzessinnenkostüme, im Material abwechslungsreiche Tücher/ Stoffe, Tierverkleidungen, Herrenhüte ebenso wie Damenhüte oder Arbeitskleidung.

5 Beispiele aus dem pädagogischen Alltag:
Wir stellen mit den Kindern Farben aus Naturmaterialien her.
Wir rühren selbst Knete und Salzteig an, um damit Kunstwerke zu modellieren.
Wir gehen mit den Kindern ins Theater und führen auch selbst kleine Stücke auf.
Wir lassen Kinder schneiden, kleben, malen, tuschen und nähen.
Wir geben Kindern Gelegenheiten, verschiedene Instrumente auszuprobieren.

Mathematik

Mathematik begegnet den Kindern im Kindergartenalltag ständig. Sie ermöglicht ihnen die Orientierung im Zusammenleben. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ist das Erwerben von Mengenvorstellungen und das Kennenlernen der Zahlen. Gelegenheiten dies zu üben gibt es viele- so zählen wir z.B. wie viele Kinder heute da sind. Daraus ergeben sich für die größeren Kinder schon erste Subtraktionsaufgaben: „Wenn von 14 Kindern zwei fehlen, wie viele sind dann heute da?“. Bei der Überprüfung der Antwort zählen dann alle Kinder mit. Auch bei den gemeinsamen Tischdecken wird gezählt. Mit den jüngsten machen wir Fingerspiele und bei dem Geburtstagskalender können z.B. die Perlen (=Jahre) gezählt werden.

Auch der Zeitbegriff gehört zu den mathematischen Grunderfahrungen. Durch einen strukturierten Tages- und Wochenablauf bekommen die Kinder eine Vorstellung von Tageszeiten und Abläufen. Für die ganz Kleinen bietet der feste zeitliche Rahmen einen Halt. Sie wissen sehr schnell, dass es nach dem Frühstück den Morgenkreis gibt, oder dass es nach dem Mittagessen nicht mehr lange dauert bis die Mama kommt. Die älteren Kinder üben schon, sich z.B. beim Basteln die Zeit richtig einzuteilen.

Ähnlich wichtig wie das Verhältnis von Zeit sind auch die elementaren Erfahrungen mit räumlichen Größen. Im Bewegungsraum lassen sich Höhe, Weite und Schnelligkeit in Beziehung zu Größe und Grenzen setzen z.B. beim Bauen von Höhlen mit Matten und Geräten oder beim Spiel mit Bällen.

Erfahrungen mit Symmetrie sind beim Herstellen von Klecksbildern oder im Spiel mit Spiegeln möglich. Geometrische Begriffe werden beim Basteln, Falten und durch Legespiele erfahren.

Den Umgang mit Mengen lernen unsere Kinder z.B. beim Backen, beim Arbeiten mit Themen- Tabletts, beim Vergleichen und in vielen anderen Situationen. Mengen sortieren die Kinder beim Spielen mit Muggelsteinen, Glasnuggets, Knöpfen, Münzen, Muscheln und vielem mehr. Sie können damit auch Formen und Muster legen.

Beim Spielen mit einer Waage beschäftigen sie sich mit verschiedenen Gewischten und durch Zahlenpuzzles erfahren sie, dass jeder Menge eine bestimmte Zahl zugeordnet ist. Mengen lassen sich aber auch in der ganz praktischen Tätigkeit vergleichen: Wird Essen selbst genommen oder verteilt, so kann schnell erkannt werden das Begriffe wie „viel“ und „wenig“ unterschiedlich gedeutet werden.

5 Beispiele aus dem pa dagogischen Alltag:
Wir sagen zusammen Abza hlreime auf.
Wir lassen die Kinder messen, wiegen, sortieren und scha tzen
Wir benennen Tage, Wochen, Monate und Jahreszeiten.
Wir lassen Kinder Formen und Ko rper vergleichen und die Unterschiede beschreiben.
Wir u ben mit den Kindern ihre Hausnummer und ihr Alter anzugeben und lernen die Telefonnummern der Polizei und Feuerwehr auswendig.

Natur- Umwelt- Technik

Kinder wollen die Natur auf ihre eigene Art entdecken. Bei uns ist das für die Kitakinder in unserem Garten gut erlebbar. Die Kinder entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass man mit der Natur vorsichtig umzugehen hat, z.B. erfahren sie beim Sammeln von Käfern und Schnecken, dass sie sehr achtsam sein müssen. Auf Wunsch bestimmen wir gemeinsam die Arten oder betrachten kleinere Insekten im Lupenbecher. Im Garten können aber auch andere Tiere wie Libellen, Eichhörnchen oder Vögel beobachtet werden.

Alljährlich verfolgen wir die Verwandlung von Raupen zu Schmetterlingen. Auch aus vielen verschiedenen Bilderbüchern erfahren die Kinder viel über die Natur, z.B. wo die Tiere im Winter schlafen oder wie Tiere geboren werden.

Durch den täglichen Aufenthalt im Freien haben die Kinder die Möglichkeit die vielen Facetten der vier Jahreszeiten zu erleben. Je nach Jahreszeit wird mit Eis, Schnee, Wasser und Sand experimentiert. In Projekten experimentieren wir auch mit Feuer, Luft und Erde. Naturmaterialien nutzen wir zum Spielen und Gestalten. Magnetspiele stehen zur Verfügung und ermöglichen erste Erfahrungen mit Technik zu sammeln. Hier wird das Experimentieren zum Spaß und zur Entdeckungsreise.

5 Beispiele aus dem pädagogischen Alltag:
Wir beobachten Tiere und Pflanzen.
Wir experimentieren mit verschiedenen Materialien.
Wir besuchen das Technik-, das Luft- und Raumfahrtmuseum und die Sternwarte.
Wir bewirtschaften unser Beet beim Gartenprojekt Himmelbeet.
Wir spielen mit Magneten und probieren aus, was sich anzieht und abstößt.

Pädagogisch- methodische Umsetzung der Bildungsprozesse

Tagesablauf

Der Tagesablauf entspricht den Grundbedürfnissen der Kinder und ist durch verlässliche Orientierungspunkte für alle Kinder erkennbar und durchwiederkehrende Rituale nachvollziehbar.Bestimmte Rituale wie Begrüßung, Verabschiedung, Mahlzeiten und Ruhezeiten kehren täglich wieder. Die pädagogischen Fachkräfte reagieren auf sich situationsbedingt verändernde Tagesabläufe immer flexibel und kreativ.

U3 Bereich.Ü3 Bereich
7.00 bis 8.15 Uhr Ankunft und Begrüßung der Kinder
Kinder werden vom Frühdienst betreut
7.00 bis 8.15 Uhr
8.15 bis 8.45 UhrFrühstück in der Kindergruppe8.15 bis 8.45 Uhr
9.00 bis 9.30 UhrMorgenkreis9.00 bis 9.30 Uhr
9.30 bis 11.30 Uhr Pädagogische Angebote
z.B. Projektarbeit, Ausflüge, Sprachförderung, musikalische Früherziehung,
Bewegungsangebote etc.
9.30 bis 12.00 Uhr
11.30 bis 12.00 Uhr Mittagessen
anschließendes Zähneputzen, ggf. Wickeln
12.00 bis 12.45 Uhr
12.00 bis 14.00 UhrMittagsschlaf / Snoezeln12.45 bis 14.30 Uhr
14.00 bis 14.30 Uhr Gesunder Snack
(Rohkost, Obst / Gemüse oder Nachtisch)
14.30 bis 15.00 Uhr
14.30- 16.30 Uhr Freispiel und Angebote in Kleingruppen / Abholphase 15.00- 16.30 Uhr
16.30-17.00 Uhroffene Spielzeit / Abholzeit16.30-17.00 Uhr
17.00 UhrKindertagesstätte schließt17.00 Uhr
Gestaltung der pädagogischen Arbeit

Der Kitaalltag ist in die Zeit des Freispiels und in die Zeit der gezielten Aktivitäten gegliedert. Die Art der Angebote richtet sich nach dem jeweiligen Entwicklungsstand und den aktuellen Interessen der Kinder. Für alle Aktivitäten sprechen sich die pädagogischen Fachkräfte ab und tragen ihre Vorhaben in den Wochenplan ein.

Die Jahreszeiten und Feste, die der Jahreslauf bietet und unsere Hausthemen geben einen äußeren Rahmen für den inhaltlichen Ablauf des Kindergartenjahres. Grob abgesteckt wird der Rahmen für geplante Aktionen und Projekte. Abhängig von den notwendigen Vorbereitungen erfolgt die Feinplanung dann relativ spontan für die laufende Woche. Die Grobplanung ist im Voraus durch den für alle sichtbar ausgehängten Wochenplan erkennbar.

Größere Unternehmungen wie Ausflüge, Feste, Aktionen mit besonderem Materialbedarf, Zeitrahmen oder sonstigem Aufwand werden langfristig im Voraus durch Aushang angekündigt. Bei Bedarf bitten wir die Eltern um Beteiligung.

Beobachtung und Dokumentation von Bildungs- und Entwicklungsprozessen

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die regelmäßige Beobachtung aller Kinder und der „Bewegung der Kinder“ innerhalb unterschiedlicher Gruppenkonstellationen. Wir beobachten die Kinder sowohl spontan als auch gezielt und nutzen dazu das freie Spiel und die von uns initiierten pädagogischen Angebote. Ziel ist es, hierbei, die Entwicklungsschritte der Kinder zu beachten, unsere Angebote für das einzelne Kind individuell auszurichten und in das Gruppengeschehen zu integrieren. Ebenso wichtig ist auch der regelmäßige Fachaustausch mit den Kolleg_innen, um ein möglichst objektives Bild von dem Kind zu erlangen.

Zur Dokumentation nutzen wir die Lerngeschichten, vereinzelt wird auch die Beller- Tabelle als Beobachtungsinstrument eingesetzt. Sie bilden eine gute Grundlage für die regelmäßig geführten Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Die Beobachtungsdokumentation dient parallel als Input für die Reflexion der pädagogischen Arbeit.

Wir informieren die Eltern regelmäßig über unsere Planungen, unseren Kitaalltag, über Projekte und Feste. Wir nutzen hierfür Informationstafeln, Fotodokumentationen, Bilderwände, Kinderzeichnungen und vieles andere, um Alltagssituationen zu beschreiben, Projekte zu kommentieren und den Eltern einen spannenden Einblick in den Kitaalltag zu ermöglichen.

Integration und Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf

Wir verstehen Integration als eine wichtige pädagogische Aufgabe. Sie zu realisieren bedeutet, dass alle Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand in Kooperation miteinander spielen und lernen.

Die Altersmischung in unseren Bereichen bietet gute Voraussetzungen, sich der Konkurrenz und dem permanenten Vergleich zwischen Gleichaltrigen zu entziehen und sich frei in der Kindergemeinschaft zu erkennen und zu fördern. Dies beruht auf der genauen Beobachtung des Kindes, wobei seine individuellen Bedürfnisse im Fokus der pädagogischen Begleitung stehen. Der Schwerpunkt unserer Integrationsarbeit liegt- wie für alle Kinder- in einer sozialen und emotionalen Stärkung. Darüber hinaus wird das Kind durch folgende Methoden unterstützt:
Das Kind und seine Eltern haben in der Kita eine/ qualifizierte/n Facherzieher_in für Integration als direkte Hauptansprechpartner_in. Hierbei entsteht ein besonders intensiver Kontakt zu den Eltern, verbunden mit individuellen Unterstützungsmöglichkeiten bzw. Vermittlung weiterführender Hilfe.
Der/Die Facherzieher_in und alle anderen pädagogischen Fachkräfte verschaffen sich Kenntnisse über das Entwicklungsbild und Fördermöglichkeiten des Kindes.
Das Kind wird nach einem individuellen, dokumentierten Förderplan begleitet.
Integration geschieht sowohl im Gruppengeschehen als auch in der gesamten Einrichtung. Es werden gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge durchgeführt.
Die mit dem Kind und den Eltern gemeinsam entwickelten Handlungsstrategien, unterstützen das Kind im Alltag.
Dem Kind wird eine angemessene Pflege und ggf. Ernährung ermöglicht. Wird bei einem Kind eine besondere Begabung wahrgenommen, wird der Kontakt mit den Eltern gesucht, um die weitere Vorgehensweise miteinander abzustimmen.

Gestaltung von Übergängen

Eingewöhnung in die Kita

In der Praxis haben sich zwei Modelle der Eingewöhnung besonders bewährt. Die Umsetzung der Eingewöhnung kann sich am Berliner Eingewöhnungsmodell oder Münchner Eingewöhnungsmodell orientieren.

Phasen der Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell

Das Aufnahmegespräch
Der erste ausführliche Kontakt zwischen Eltern und Bezugspädagog_in
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seinen Bedürfnissen und die Eingewöhnung des Kindes

Die Grundphase
Der erste ersten 3 Tagen begleiten die Eltern oder die eingewöhnende Person das Kind jeweils ca. 1 Stunde zur Spielzeit.
Das Elternteil verhält sich passiv im Raum, reagiert auf die Annäherungsversuche und Blickkontakte des Kindes positiv, ergreift jedoch selbst keine Initiative, um den Kontakt aufzunehmen (teilnehmende Beobachter_in). Sie/ er sollte nicht mit anderen Kindern spielen oder einer Tätigkeit nachgehen (Lesen, Stricken…), die ihre/ seine Wahrnehmung beeinträchtigt. Das Elternteil sollte das Kind auch nicht drängen, sich zu entfernen. Es muss dem Kind überlassen werden, wie, wann und in welcher Weise es sich entfernen möchte. Ein vorbereiteter/ angebotener Platz kann dem Elternteil Sicherheit und Orientierung geben.
Die Pädagog_in beobachtet das Kind und entscheidet situativ, wann eine Kontaktaufnahme zum Kind erfolgen kann. Sie versucht behutsam das Vertrauen zu gewinnen. Sie akzeptiert, dass das Kind selbst bestimmt, wann es sich anderen Kindern und der Pädagog_in nähern möchte. Sie darf Kontaktangebote des Kindes nicht übersehen. Sie nimmt von sich aus keinen körperlichen Kontakt zum Kind auf.
Beobachtung der Eltern- Kind- Interaktion, um die eigene Kontaktanbahnung daran ausrichten zu können.
Ein guter Kontakt zwischen Pädagog_in und Eltern begünstigen den Kontakt mit dem Kind.
Durch Beobachtungen erfährt sie die Interessen des Kindes und kann sich behutsam an seinen Ideen beteiligen.
Die Pädagog_in nimmt interessiert/ beobachtend an Pflegesituationen teil.
Trennungsversuche finden in den ersten 3 Tagen grundsätzlich nicht statt.

Der erste Trennungsversuch erfolgt nach ca. 4 Tagen (jedoch nicht an einem Montag), er entscheidet über die wahrscheinliche Dauer der Begleitung durch Mutter/ Vater.
5-10 Minuten nach Ankunft verlässt das Elternteil den Raum, jedoch nicht ohne sich vorher vom Kind kurz zu verabschieden. (Das Elternteil erhält für diese Zeit eine geeignete Aufenthaltsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe.)

Variante 1Variante 2
Wenn sich das Kind innerhalb weniger Minuten gut von der Pädagog_in trösten lässt, interessiert die Umgebung erkundigt und ansprechbar ist, erfolgt die Trennung ca. 20- 30 Minuten. Der Trennungszeitraum kann an den folgenden Tagen nach und nach, entsprechend der Befindlichkeit des Kindes, verlängert werden. Wenn sich das Kind nach 2- 3 Minuten nicht beruhigen lässt, wird der Trennungsversuch abgebrochen. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass das Kind noch einige Tage braucht, um mit der Abwesenheit des Elternteils umgehen zu können. Ein erneuter Trennungsversuch sollte erst wieder in 3 Tagen erfolgen.

Die Stabilisierungsphase
Ab dem 4. Tag beginnt die Pädagog_in im Beisein des Elternteils das Füttern und Wickeln des Kindes.
Das Elternteil überlässt es nun der Pädagog_in auf Signale (Weinen usw.) zuerst zu reagieren. Die Eltern werden von der Pädagog_in hinzugezogen, wenn das Kind die Unterstützung der Pädagog_in nicht akzeptiert.
Wichtig!!! Pädagog_in und Bezugsperson müssen sich im Vorfeld darüber absprechen, dass sich die Bezugsperson zurückhalten und dem Kind signalisieren, dass es in Ordnung ist, wenn sich das Kind von der Pädagog_in unterstützen lässt.
Die Pädagog_in sollte die Bezugsperson darin unterstützen, kurze Abschiedsrituale mit dem Kind zu entwickeln, z.B. gemeinsam wird das „Übergangsobjekt“ (Kuscheltier, Tuch…) ausgepackt. Das „Übergangsobjekt“ dient dazu, etwas von der vertrauten Welt des Kindes in die neue fremde Situation mitzunehmen.
Die Bezugsperson bleibt in den Trennungsphasen in der Nähe und abrufbereit.
Es gibt ein tägliches Begrüßungsritual, z.B. Pädagog_in singt oder spielt zur Begrüßung immer das gleiche Lied oder Fingerspiel.

➢ Grundsätzlich richtet sich der Verlauf der Eingewöhnung am Verhalten des Kindes aus.

Variante 1Variante 2
Wenn das Kind nach 1, 2 oder 3 Wochen mit einer allmählichen Steigerung der Abwesenheit der Bezugsperson gut umgehen und überwiegend allein in der Kita bleiben kann, die Pflege vollständig von der Pädagog_in übernommen wird, es dich von ihr in Trennungssituationen beruhigen lässt und sie als sichere Basis erlebt, kann zu dem jeweiligen Zeitpunkt in die Schlussphase übergegangen werden. Wenn nach 3 Wochen das Kind noch nicht bereit ist, ohne die Bezugsperson in der Kita zu verbleiben, ist ein Gespräch mit den Eltern wichtig. Hierbei sollte vor allem die Bereitschaft der Eltern hinsichtlich der Akzeptanz des Übergangs vom Elternhaus in die Kita, Trennungsängste usw. thematisiert werden. Die Bezugspersonen benötigen in diesem Gespräch Verständnis und Sicherheit, um Gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen.

Die Schlussphase
Diese Phase wird mit einer Dauer von 2 Wochen gesehen und sieht einen „telefonischen Bereitschaftsdienst“ der Bezugspersonen vor.
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen (Kriterien einer gelungenen Eingewöhnung):

✓ Wenn das Kind nur im geringen Maße das Getrenntsein von der primären Bezugsperson als unangenehm empfindet
✓ Wenn sich das Kind von der Pädagog_in trösten lässt, diese als „sicheren Hafen“ wahrnimmt
✓ Wenn das Kind interessiert, lustvoll und aktiv die Umgebung erkundet
✓ Wenn das Kind mit anderen Kindern und Erwachsenen in dynamische Austauschprozesse tritt

Phasen der Eingewöhnung nach dem Münchner Eingewöhnungsmodell

Eingewöhnung vorbereiten
Informationen an die Bezugspersonen, treffen von Vereinbarungen mit den Bezugspersonen, Kennenlernen, Bezugspersonen 12+3 Tage Eingewöhnungsdauer vorstellen
Bezugspersonen sollen so viel Zeit einplanen, dass das Kind den Tagesablauf kennen lernen kann.

Kennenlernen, „Schnupperwoche für Bezugsperson mit Kind“
Einblick in den Alltag, Kennenlernen des Hauses, der Stimmung im Haus
Kennenlernen unterschiedlicher Momente/ Abläufe im Tagesgeschehen für 2-3 Stunden pro Tag
Die Eingewöhnung beginnt immer am Dienstag, damit die Kinder, die die Einrichtung schon besuchen, den Montag zum Wiedereinfinden haben.
Bezugspädagog_in ist Ansprechpartner für Eltern (Gastgeber), hält sich aber weitgehend zurück (beobachtende Rolle)
Eltern sind für ihr Kind verantwortlich, sie wickeln und füttern ihr Kind nach Bedarf
Am Ende der Kennenlerntage erfolgt ein Gespräch mit der Bezugspädagog_in und der Auswertung der 4 Tage und ein Ausblick

Sicherheit gewinnen
6 Tage, von Montag zu Montag
Die Bezugspersonen kommen die nächsten Tage immer zur gleichen Zeit
Die Fülle an Angeboten wird reduziert, d.h. das Kind verbleibt in dem für ihn
vorgesehenen Bereich, mit sich wiederholenden, berechenbaren Situationen. Es erlebt sich darin als kompetent und gewinnt Sicherheit!!
Die Bezugsperson nimmt sich mehr und mehr zurück und überlassen der/ dem Pädagog_in die Aktivität
Tägliche Reflexionsgespräche zwischen Bezugspersonen und Pädagog_in
Ausgehend von den Beobachtungen werden dem Kind bestimmte Räume und
Materialien angeboten bzw. wird es gezielt in Aktivitäten eingebunden, die seinen Interessen entsprechen
Das Kind erlebt die/ den Pädagog_in auch mit anderen Kindern, v.a. hinsichtlich ihrer/ seiner Verlässlichkeit und Feinfühligkeit
Die/ der Pädagog_in nutzt die positiv, unterstützende Wirkung von Kindergruppen für das Kind

Kennenlernen, „Schnupperwoche für Bezugsperson mit Kind“
Die Kita darf keine fremde Situation mehr sein, wenn das Kind für mehrere Stunden von der Bezugsperson getrennt ist
Die erste Trennung erfolgt am 11. oder 12. Tag, nicht an einem Montag
Kriterien für den Trennungszeitpunkt (Kind erkundet Umwelt, zeigt positive Gefühle nicht nur gegenüber der Mutter, es verhält sich responsiv- reagiert, kommuniziert mit Pädagog_innen und Kindern, zeigt zielgerichtete Aktivitäten und beteiligt sich an Pflegesituationen, welche die/ der Bezugspädagog_in gestaltet)
Die Verabschiedung muss klar gestaltet werden
Die Gefühle des Kindes werden von der Bezugspädagog_in verbalisiert, es erfolgt keine Ablenkung
Die erste Trennung sollte nicht zu kurz sein (ca. 30- 60 Minuten), damit das Kind mit seinen Gefühlen umzugehen lernt (die Trennung realisieren, Gefühle ausdrücken und wieder ins Gleichgewicht kommen kann)
Erreichbarkeit der Eltern ist sehr wichtig!
Trennungszeiten in den nächsten Tagen verlängern (aus „Anfang gut? Alles besser!“ Winter/ Erndt Doll)

Gemeinsame Auswertung und Reflexion
Auswertungsgespräch mit den Eltern (Rückblick auf den Verlauf, Krisen besprechen und bearbeiten, Zukunftsfragen mit Bezug zur Kita)

Übergang innerhalb der Kita

Der Vorteil unserer übersichtlichen Einrichtung ist es, dass ein fließender Übergang von der Krippe in die altersgemischte Gruppe möglich ist. Die Kinder kennen alle MitarbeiterInnen aus dem Früh- und Spätdienst und durch das Freispiel auf der Terrasse bzw. dem Garten. Gemäß dem afrikanischen Sprichwort: Zur Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf - fühlen sich in unserer Kita alle MitarbeiterInnen für alle Kinder verantwortlich. Auch die Räume sind allen Kindern vertraut. Daher bedarf es in den wenigsten Fällen einer besonderen Eingewöhnungszeit. Dennoch steht es den ehemaligen Krippenkindern offen, zunächst nur einige Zeit in der altersgemischten Gruppe zu verbringen, ehe sie ganz in diese Gruppe wechseln. Der Wechsel in die altersgemischte Gruppe findet nach der Sommerschließzeit statt.

Vorbereitung und Gestaltung des Übergangs in die Schule

Wir wünschen uns, dass uns die Kinder frohen Mutes und mit positivem Gefühl verlassen und sich auf den neuen Lebensabschnitt freuen. Damit die Kinder keine Angst vor der Schule haben, pflegen wir Kooperationen mit den umliegenden Grundschulen. Wir hospitieren mit den Vorschulkindern im Unterricht, lernen mit ihnen die Räumlichkeiten kennen, bringen sie mit baldigen KlassenkammeradInnen und KlassenlehrerInnen. Auch den Eltern stehen wir beratend zur Seite, weil für sie die Einschulung und die damit verbundenen Termine, wie der Besuch der/des Schularztes/Schulärztin, oft noch aufregender ist, als für ihre Kinder.

Elternpartnerschaft

Zusammenarbeit mit den Eltern

Ein vertrauensvoller Austausch zwischen Eltern und den pädagogischen Fachkräften bildet die Basis für unsere Arbeit. Dafür nutzen wir vielfältige Möglichkeiten.

An festgelegten Terminen haben neue, interessierte Eltern die Gelegenheit unsere Kita kennenzulernen. Sie erfahren wissenswertes über unsere Arbeit, können Fragen stellen, erhalten einen Flyer über unsere Einrichtung und erleben ein Stück Alltag. Auf Wunsch wird ihr Kind dann in unsere Warteliste aufgenommen.

Bei der Aufnahme des Kindes bekommen die Eltern eine Begrüßungsmappe, die alle wichtigen Informationen zum Start in das Kitaleben beinhaltet. In dem „Willkommenscafé“ wird mit ihnen der Verlauf der Eingewöhnung besprochen.

Im Erstgespräch mit dem/der Bezugserzieher_in wird durch das Kennenlerninterview viel über das Kind und seinen familiären Hintergrund erfahren. Im Krippen- wie auch im Elementarbereich werden jeweils zwei Elternvertreter_innen gewählt, die von uns und den anderen Eltern angesprochen werden können und ggf. vermitteln. Die Elternvertretenden können sich über die Kita hinaus im Elternbeirat und im Bezirkselternausschuss informieren und engagieren.

Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern wird von den pädagogischen Fachkräften als Bereicherung und Unterstützung empfunden. Sie hält den Kindergartenalltag transparent und gibt den Eltern die Chance, sich stark mit „ihrer“ Kita zu identifizieren. Wir freuen uns über aktive Mithilfe z.B. bei Garten- und Putzaktionen, Festvorbereitungen und Begleitung zu Ausflügen. Wir streben an, mit den Eltern in einer offenen und freundlichen Atmosphäre zusammenzuarbeiten, um das Bestmögliche für die uns anvertrauten Kinder zu erreichen.

Transparenz der Arbeit

Auf den zwei- bis viermal jährlich stattfindenden Elternabenden haben die Eltern und pädagogischen Fachkräfte die Möglichkeit sich auszutauschen, zu unterstützen und Aktivitäten und Projekte zu planen. Die Elternabende finden als Gesamtelternabende und/ oder als Elternabend für die jeweiligen Bereiche statt.

Die ausführlichen jährlichen Entwicklungsgespräche führen in der Regel die Bezugserzieher_innen mit den Eltern durch. Daneben gibt es jederzeit die Möglichkeit für Einzelgespräche bei Auffälligkeiten oder Problemsituationen. Bei einschneidenden Ereignissen oder Erlebnissen finden wir es wichtig von den Eltern unterrichtet zu werden.

Einen breiten Rahmen nehmen die sogenannten Tür- und Angelgespräche ein. Sie transportieren die kleinen Wichtigkeiten des Alltags schnell und direkt. Wir sind immer interessiert an Rückmeldungen über unsere Arbeit. Dies kann mündlich und schriftlich erfolgen. Mit allen Wünschen, Anregungen und Kritikpunkten setzt sich das Team auseinander.

Neben vielen Erzählungen und Schilderungen aus unserem Alltag nutzen wir das Medium der Fotografie zur Dokumentation. So erhalten die Eltern nicht nur verbale Informationen über ihre Kinder, sondern haben auch die Möglichkeit sich optische Eindrücke über das Geschehen zu verschaffen. Auch bei den Kindern ist das Anschauen von Fotos sehr beliebt und gibt oft Anlass zu Gesprächen und Reflexionen.

Die aktuellen pädagogischen Inhalte der Arbeit werden auf den Wochenplänen aufgeführt. Im Eingangsbereich des Kindergartens hängt ein Schaukasten mit allen wichtigen Informationen für die gesamte Elternschaft. Die jeweiligen Bereiche haben zusätzlich eine Infotafel für aktuelle Themen und Mitteilungen, wo die Wochenpläne zu finden sind. Im ausliegenden Elterninfobuch sind die täglichen aktuellen Mitteilungen einzutragen und nachzulesen.

Leitungsmanagement und Teamentwicklung

Aufgaben der Kitaleitung

Die Kitaleitung trägt die Verantwortung für alle Bereiche des Kindergartens und ist Bindeglied zwischen dem Träger und der Einrichtung. Die Leitung nimmt mit den Leiter_innen der anderen Kitas an den regelmäßigen Leitungssitzungen teil.

Ihr Leitungsstil ist partnerschaftlich und demokratisch. Sie sorgt für transparente Informationen, setzt sich mit Gesetzen und Verordnungen auseinander und sorgt für deren Umsetzung. Sie bereitet die Teamsitzungen so vor, dass die Zeit effektiv genutzt werden kann, kontrolliert und delegiert Aufgaben. Gemeinsam mit dem Team schafft sie die Voraussetzungen für eine hohe Qualität und eine hohe Arbeitszufriedenheit.

Kultur der Zusammenarbeit im Team

Das pädagogische Team zeichnet sich durch eine große gewachsene Kompetenz, Eigenverantwortlichkeit und hohes Engagement aus. Wir empfinden unsere Unterschiedlichkeit als Bereicherung. Durch die teiloffene Arbeit kommen die Fähigkeiten jeder Kolleg_in allen Kindern zugute.

In den regelmäßig stattfindenden Dienstbesprechungen nehmen der Informationsaustausch und die Planung der Arbeit in organisatorischer und inhaltlicher Form einen großen Raum ein. Wir nutzen die Sitzungen für die pädagogische Reflexion und für Fallbesprechungen. Unser demokratisches, von gegenseitiger Wertschätzung getragenes Klima im Team unterstützt die Bereitschaft Kritik zu äußern und anzunehmen. Wichtige Entscheidungen werden im gemeinsamen Kontext getroffen.

Das gesamte Team prägt durch den Umgang miteinander, die Haltung zum pädagogischen Handeln und die Einstellung zu Kindern und Eltern die Atmosphäre unserer Kita.

Fort- und Weiterbildung

Alle Mitarbeiter_innen besuchen regelmäßig Fort- und Weiterbildungen, die mit der Leitung und dem Team vorher abgestimmt werden.

Des Weiteren sind wir ausgebildet in der 1. Hilfe am Kind und nehmen alle 2 Jahre an einem Wiederholungskurs teil um ihr Wissen aufzufrischen.

Fachliteratur und Internet stehen für Recherchen jederzeit zur Verfügung. Die Weitergabe von Wissen erfolgt in den Dienstbesprechungen oder direkt im Alltag bei praktischen Übungen wie z.B. während Sport- und Entspannungsangeboten oder Experimenten.

Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

Qualitätshandbuch

Zur Qualitätsentwicklung und -sicherung hat der SAM e.V. ein Qualitätsmanagement- Handbuch entwickelt. Darin sind Qualitätsstandards festgelegt, die klare Rahmen für alle pädagogischen Schlüsselprozesse sind Kernprozesse, die die Qualität des fachlichen Handelns beschreiben. Das Handbuch soll den Einstieg neuer Mitarbeiter_innen in eine qualifizierte pädagogische Arbeit weisen und ist zur regelmäßigen Überprüfung der bestehenden Arbeit in der jeweiligen Einrichtung gedacht.

Interne Evaluation

Die interne Evaluation dient der Reflexion der eigenen pädagogischen Arbeit und der des Teams. Die Kindertagesstätte erfasst und bewertet zweimal jährlich die Schlüsselprozesse unter Einbeziehung der Fachberatung bzw. der Qualitätsbeauftragten des Trägers. Jeder evaluierte Komplex wird mit einer Zielvereinbarung und entsprechenden Maßnahmenplan zur praktischen Umsetzung der vereinbarten Ziele abgeschlossen.

Die externe Evaluation ist verpflichtend, ergänzt das Verfahren zur internen Evaluation und wird in einem Rhythmus von fünf Jahren durch einen von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft anerkannten Anbieter evaluiert. Die Aufgabe der externen Evaluation ist es, der jeweiligen Einrichtung eine fachlich begründete Fremdeinschätzung über die erreichte Qualität wie auch konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Qualität unter den jeweils gegebenen Voraussetzungen zu geben.

Weiterentwicklung der Kitakonzeption

Diese Konzeption ist unser Leitfaden und wird von allen pädagogischen Fachkräften in Einvernehmen getragen. Sie unterliegt ständigen Veränderungen und neuen Absprachen und wird von uns daher jährlich überprüft und ggf. ergänzt.